Facebook Hashtags

Facebook hält sich erfreulicherweise oft zurück, wenn andernorts gerade wieder der x-te neue Webtrend gefeiert wird. Mit Hashtags wurde da keine Ausnahme gemacht. Twitter und andere Dienste haben diese Funktion schon deutlich vor Facebook eingeführt.

Erst als klar wurde, dass die NutzerInnen Hashtags auch über die erste Neugierde hinaus nutzen, zog auch Facebook nach.

Auch das ist nun schon mehrere Jahre her, und mittlerweile fristen Hashtags auch auf Facebook kein Nischendasein mehr. Es wird also Zeit, ihren Nutzen für die Öffentlichkeitsarbeit von Non-Profits zu beleuchten.

Was bedeutet Hashtag?

Hashtags sind einfach Stichwörter, die mit einem Link hinterlegt sind. Folgt eine Person diesem Link, dann landet sie auf einer Seite voller Beiträge, die alle ebenfalls dieses verlinkte Stichwort enthalten.

Es handelt sich bei Hashtags im Grunde also um die moderne Variante eines Stichwort-Verzeichnisses, wie man es im Anhang der meisten Fachbücher antrifft. Auf Facebook können aber alle NutzerInnen Hashtags setzen - und ihre Beiträge so beliebigen Listen ihrer Wahl zuordnen.

Wie funktionieren Hashtags auf Facebook?

Sie können Hashtags in praktisch allen Arten von Facebook-Beiträgen einsetzen. Die Nutzung in Text-Beiträgen funktioniert ebenso wie der Einsatz in den Beschreibungen von Fotos oder Links.

Um selbst einen beliebigen Begriff in einen Hashtag zu verwandeln, müssen Sie diesem Begriff einfach das Raute-Zeichen("#", rechts neben der Taste "Ä") voranstellen.

Beginnen Sie mit "#", und tippen Sie direkt danach, ohne Leerzeichen, Ihren Begriff. Der Hashtag hört mit dem nächsten Leer- oder Sonderzeichen automatisch auf. Wenn es geklappt hat, dann wird der Begriff nun optisch hervorgehoben.

Daraus ergibt sich auch eine Einschränkung der Zeichen, die Sie für Hashtags nutzen können: Nur Buchstaben und Ziffern sind zulässig. Alle anderen Zeichen, inklusive dem Leerzeichen und dem Bindestrich, beenden den Hashtag automatisch.

Gerade die deutsche Sprache strotzt nur so von verbundenen Begriffen. Wollen Sie unbedingt mehrere Wörter zu einem einzelnen Hashtag verbinden, dann screiben Sie die einzelnen Wörter zusammen, aber mit großem Anfangsbuchstaben:

Aus #Facebook für Non-Profits wird so #FacebookFürNonProfits.

Das genügt den technischen Bedingungen und ist noch immer halbwegs lesbar.

Hashtags richtig einsetzen

Hashtags können sie an beliebiger Stelle innerhalb Ihrer Texte verwenden.

Zwar stechen die verlinkten Hashtags beim fertigen Beitrag nicht mehr so deutlich aus dem Textfluss heraus, wie sie es während der Erstellung tun. Trotzdem sollten Sie es mit dem Einsatz dieser Funktion nicht übertreiben.

Idealerweise finden Sie eine Möglichkeit, sie in den normalen Textfluss zu integrieren, wie ich es jetzt in diesem #Nebensatz mache.

Es ist auch in Ordnung, am Ende eines Beitrags eine neue Zeile mit 1-3 relevanten Tags anzuhängen.

Auch hier liegt die Würze wieder in der Kürze: Wir wollen den guten Lesefluss nicht stören und auch auf keinen Fall von Facebook als Spam eingestuft werden.

Hashtag-Listen suchen und ansehen:

Wenn Sie in Ihrem Beitrag Hashtags schreiben, dann kann Ihr Beitrag dadurch in der Beitragsliste für diesen Hashtag landen.

Das Ganze funktioniert natürlich auch anders herum: Sie können sich selbst diese Listen ansehen, um entsprechende Beiträge zu finden.

Geben Sie dazu einen Hashtag Ihres Interesses (probieren Sie es z.B. mit #Umweltschutz) in das Suchfeld in Facebooks Titel-Leiste ein. Vergessen Sie das Raute-Zeichen zu Beginn nicht.

Die nun erscheinende Liste enthält Beiträge aller möglichen Seiten und NutzerInnen. Je nach Stichwort können Sie auch auf Inhalte in anderer Sprache stoßen.

Wenn Sie sich die Datumsangaben der Beiträge genau ansehen, dann werden Sie feststellen, dass auch ältere Beiträge weit oben in dieser Liste auftauchen können. Das sind dann Inhalte, die oft mit "Gefällt mir" markiert, geteilt oder kommentiert wurden.

Für die Position in Hashtag-Listen gilt also eine ähnliche Selektion wie für Beiträge in der Chronik Ihrer Fans: Aktualität ist wichtig, aber eine große Zahl an Interaktionen ist wichtiger.

Streng genommen landet Ihr Beitrag mit der Erwähnung eines Hashtags also nicht direkt bei den Ergebnissen, sondern erst in einer Kanditatenliste. Die Stärke der Konkurrenz und die Beliebtheit Ihres Beitrags entscheiden über die Position in der eigentlichen Ergebnisliste, die die NutzerInnen am Ende sehen.

Hashtags für die Öffentlichkeitsarbeit nutzen

Den technisch-funktionalen Teil haben wir nun gemeistert. Viel wichtiger ist jedoch: Wozu nützen uns Hashtags?

Es gibt ganz grob zwei Anwendungsfälle für Facebook Hashtags.

Den ersten haben uns eben bereits angeschaut: Durch das entsprechende Stichwort sagen Sie Facebook, dass Ihr Beitrag in der jeweiligen Stichwortliste auftauchen soll.

NutzerInnen können nun ganz nach ihrem Interesse durch diese Listen stöbern. Das tut mittlerweile auch ein genügend großer Teil der Facebook-Gemeinde, dass sich die Beschäftigung mit Hashtags lohnt.

Mit Hashtags markieren Sie Ihre Beiträge also themenrelevant. Dadurch werden Ihre Beiträge für die NutzerInnen sichtbar, die sich für dieses Thema interessieren.

Die Nutzung beliebter, themenrelevanter Hashtags bietet Ihnen also eine zusätzlich Kontaktchance zu Ihrer Zielgruppe.

Das funktioniert nur, wenn der Hashtag Ihrer Wahl auch tatsächlich aktiv genutzt wird. Sie sollten also vor dem Einsatz schon recherchieren, ob zu Ihren Tags auch tatsächlich regelmäßig Beiträge veröffentlicht werden.

Finden Sie nichts Passendes? Dann durchstöbern Sie doch einmal die Chroniken der großen Akteure in Ihrer Nische. Für den Bereich Umweltschutz lohnt etwa ein Blick auf die Seite von Greenpeace oder ähnlich großen Strukturen.

In der Praxis der allermeisten Non-Profits und Partei-Strukturen ist dies die erfolgversprechende Methode.

Neue Facebook-Hashtags etablieren

Große Organisationen oder medial sehr erfahrene Teams können auch versuchen, eigene Hashtags auf Facebook zu etablieren. Das Erfinden eines neuen Begriffs steht allen NutzerInnen frei, aber der Erfolg eines neuen Begriffs ist wesentlich von der begleitenden Kampagne abhängig.

In diesem Fall hilft Ihnen das Auftauchen in der Stichwortliste wenig: Niemand kennt den neuen Begriff und wird danach suchen.

Der neu erfundene Hashtag kann aber der Ankerpunkt für eine Kampagne zum Thema sein, die immer wieder auf diesen Begriff Bezug nimmt. Das Ziel ist in diesem Falle, andere NutzerInnen und Organisationen zur Übernahme des Begriffs zu bewegen.

Das werden sie aber nur durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit tun, die von Ihrer Seite geleistet werden muss.

Diese Taktik steht damit praktisch nur Organisationen mit dem entsprechenden Know-How und Budget zur Verfügung.

Kleine und mittlere Organisationen können sich aber an eine solche Kampagne wagen, wenn Sie auch außerhalb Facebooks gut in themenrelevante Netzwerke eingebunden sind.

Sie können dann nämlich gemeinsam den systematischen Einsatz eines neuen Hashtags über diese Netzwerke koordinieren und das Stichwort z.B. an einem bestimmten Tag beginnend und mit regelmäßiger Wiederholung einsetzen.

Enthält diese Kampagne dann Gründe für die NutzerInnen, selbst diesen Hashtag zu verwenden, dann haben Sie Aussicht auf Erfolg.

Ein Beispiel: Ein Fair-Trade-Netzwerk, das aus vielen kleinen Vereinen besteht, ruft eine neue Kampagne ins Leben. Der März soll bundesweit zum Fair-Trade-Monat auserkoren werden (vielleicht nicht zufällig kurz vor der schokoladenschweren Osterzeit). Für diese Kampagne werden alle Mitgliedsvereine des Netzwerks in die Pflicht genommen und auch die Ehrenamtlichen rechtzeitig informiert.

Um den Hashtag soll sich eine Comunity bilden, die durch Fotos und Beiträge darauf hinweist, wo man gerade schon überall faire Produkte kaufen kann. Neben den Weltläden können vor allem motivierte NutzerInnen selbst in Geschäften, Cafés, Eisläden usw. aktuelle Angebote knipsen und zusammen mit dem Stichwort #FairTradeMärz auf ihrer Chronik veröffentlichen.

Die von NutzerInnen stammenden Fotos können also z.B. das faire Eis um die Ecke fotografieren, oder aber auch die Schokoladen-Auslagen im nächsten Supermarkt.

Begonnen wird pünktlich zum 1. März. Die Grundlast an passenden Beiträgen werden in regelmäßigen Abständen durch die Seiten der Fair-Trade-Vereine veröffentlicht. Es wird auch regelmäßig zur Teilnahme der Fans und anderer NutzerInnen aufgerufen.

Die Vereine selbst verfolgen die Stichwortliste zu #FairTradeMärz mit Argusaugen. Erscheinen sinnvolle Beiträge von privaten NutzerInnen, denn werden diese Beiträge jeweils mit "Gefällt mir" markiert und ggf. kommentiert oder an die Chronik der eigenen Vereinsseite geteilt.

Die NutzerInnen erfahren somit Bestätigung für ihr Engagement, und das ist die Basis für weitere Handlungen und das Weitertragen der Kampagne in ihre eigenen Kreise.

Fazit

Hashtags sollten Sie einsetzen, wenn sie von den sozialen Effekten profitieren möchten, die ihr Einsatz mit sich bringt. Sie sollten deshalb auf etablierte Begriffe setzen, die auch zu Ihren Themen passen.

Das Einführen neuer Hashtags hat nur Aussicht auf diesen sozialen Zinseszins, wenn Sie ihn im Rahmen einer größeren Kampagne einsetzen und zuversichtlich sind, schnell eine größere Gruppe an NutzerInnen motivieren zu können, dieses neue Stichwort zu übernehmen.

Der Einsatz ist, einmal ausprobiert, denkbar einfach. Experimentieren Sie also ruhig herum! Vielleicht werden Hashtags in Ihrer Zielgruppe ja schon rege genutzt.

Viel Erfolg!

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